Wälzlagerinfos



Zunächst mal eine kleine Begriffserklärung, bzw. Richtigstellung:
In vielen Köpfen ist das „Kugellager“ der Oberbegriff für alle Lagerarten. Das ist eigentlich falsch, denn richtigerweise muss es heißen: Wälzlager. Ein Kugellager ist schon eine Eingrenzung, denn hier werden Kugeln als Wälzkörper eingesetzt. Doch es gibt sehr viele unterschiedliche Lagerarten.

Eine kleine Übersicht:
Wälzlager teilen sich auf in Rollen- und Kugellager.

Rollenlager

gibt es in sehr vielen Ausführungen, das offensichtlichste Merkmal ist die Rollenform:
Pendelrolle (symmetrisch/asymmetrisch)
Zylinderrolle
Kegelrolle
Nadelrolle
Carbrolle

Kugellager

haben immer eine Kugel als Wälzkörper.

Neben der unterschiedlichen Art der Wälzkörper gibt es noch unterschiedliche Formen der Käfige, die die Wälzkörper führen und natürlich der Laufflächen, auf denen die Rollen oder Kugeln abrollen.
Dies sind Merkmale, die zur genauen Identifizierung der Lagerart dienen. Dann gilt es, die Abmessungen fest zu stellen.
Es gibt aber auch Merkmale, die für alle Lagertypen identisch oder ähnlich sind. Hier ein paar sehr geläufige Begriffe:

Dichtungstypen

-RS bzw. 2RS: Ein- bzw. beidseitige Dichtung, bei der eine Kunststoffdichtlippe auf dem Innenring des Lagers schleift und somit auch gegen Spritzwasser schützt.
-Z bzw. 2Z: Ein- bzw. beidseitige Dichtung, bei der eine Metallscheibe am Außenring befestigt ist und fast auf dem Innenring aufliegt, so dass nur ein winziger Spalt bleibt. Diese Lager sind staubgeschützt und laufen durch die geringere Reibung etwas leichter als die RS Varianten.

Bei beidseitig geschlossenen Lagern ist immer eine Fettfüllung für Schmierung auf Lebensdauer enthalten. Diese Dichtungen gibt es für Rillenkugellager, Schrägkugellager und auch für Pendelrollenlager.
Zusätzlich gibt es noch für verschiedene Einsatzzwecke unterschiedliche Materialien und auch Fette, z.B. um großer Hitze zu widerstehen.

Lagerluft

Die Lagerluft spielt ebenfalls eine sehr wichtige Rolle und ist u.U. entscheidend für die Haltbarkeit des Lagers. Ein Lager ohne weitere Kennzeichnung für Lagerluft wird in der Regel mit „Normalluft“ geliefert, die weite Bereiche abdeckt und für viele Situationen geeignet ist. Es gibt aber Einbaufälle, da muss vom Standard abgewichen werden. Z.B. bei Hitze dehnen sich Käfig und Wälzkörper aus, es besteht Gefahr, dass das Lager schlicht und einfach mechanisch verklemmt, der Käfig zerstört wird oder es sogar zur völligen Blockade kommt. Dafür gibt es Lager mit erhöhter Lagerluft:
C3 ist höher als Normal, C4 größer als C3, etc.. Normal wäre Cn, wird aber nicht extra gekennzeichnet.
Für den umgekehrten Fall gibt es auch Lager mit geringerer Lagerluft: C2 z.B.. Dies bedeutet, dass ein „normales“ Lager zwischen C2 und C3 liegt. Weiterhin sind die Toleranzen bei den Lagern so, dass es durchaus sein kann, dass ein Lager mit Normalluft im oberen Toleranzbereich das gleiche Spiel aufweist wie ein C3 Lager an der unteren Grenze...
Die Lagerluft gibt es quasi für alle Lagertypen (mit wenigen Ausnahmen) in verschiedenen Ausführungen.

Fette

Die Wahl des richtigen Lagerfettes verhindert vorzeitigen Verschleiß der Lager. Wie bereits erwähnt, sind geschlossene Lager bereits ab Werk gefettet. Sollten die Lager gefettet werden müssen, dann ist unbedingt auf qualitativ hochwertiges Fett zu achten, das für Wälzlager geeignet ist. Viele Schmierfette für andere Einsatzgebiete enthalten Feststoffe, kleine Partikel oder sind aufgrund minderer Qualität schlicht und einfach unsauber. Die Verunreinigungen werden ständig überwälzt, was Verschleiß, Reibung und Hitze verursacht. Alles Gründe für einen vorzeitigen Ausfall des Lagers.

Auf den folgenden Unterseiten sehen sie Abbildungen gängiger Lagertypen!